Handelskammer Bozen
Wirtschaft = Zukunft

Elda Paolazzi

Elda Paolazzi

Der Mut, immer weiterzumachen

1946 in Belgien geboren, kommt sie 1967 nach Italien, wo sie zwei Jahre später heiratet. Das junge Paar  zieht 1971 nach Steinmannwald. Ihr Ehemann Fernando ist Vertreter von Likören und Bonbons; Elda hilft ihm bei der Produktverpackung. Sie sprechen kein Deutsch, Elda spricht nur Französisch. Sie haben wenig Geld, aber viel Mut. Seit 1980 ist Elda Inhaberin der Firma Elfer (Elda und Fernando), aus der anschließend „Elfer Sposa“ entstanden ist. 2009 kam dann „Elfer Promotion“ dazu, die heute vom Sohn und von der Schwiegertochter verwaltet wird. Auch wenn Elda inzwischen im Ruhestand ist, hilft sie den Angestellten stets mit großem Einsatz.

Eine lange berufliche Laufbahn. Was war für Ihren Erfolg ausschlaggebend?

Mein Arbeitsleben war von ständigen Herausforderungen gezeichnet. Ich habe viele Schwierigkeiten bewältigt und bin vor vielen geschlossenen Türen gestanden. Aber ich habe nie aufgegeben. Mein Erfolg ist wahrscheinlich Frucht meines Mutes und meiner Zielstrebigkeit.

Und was hat sich da nach all den Schwierigkeiten geändert?

Die große Wende für mich und Fernando kam 1987, als wir uns endlich unseren Traum eines eigenen Geschäfts in St. Jakob erfüllt haben. Das war eine große Investition, die viel Mut und Selbstvertrauen erfordert hat.

Wie ist Elfer Sposa entstanden?

Wir verkauften Pokale und Medaillen. Das Jahr 1989 war kein glückliches Jahr für uns, es gab wenig Schnee und die Verkäufe liefen nicht gut. So kam mir die Idee, mich auf Hochzeitsmode zu spezialisieren.

Ist so Ihr Traum in Erfüllung gegangen?

Ja. Ich hatte schon immer eine Leidenschaft für Hochzeitskleider und für die Schneiderei. Ich habe es geschafft, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen.

Also eine gute Idee verbunden mit einer großen Menge Mut.

Genau. Am Anfang waren mein Weg und der meines Ehemanns sehr schwierig. Es gab sehr große Probleme – von der finanziellen Lage bis hin zu den Alltagsproblemen, wie z.B. den mangelnden Deutschkenntnissen. Mut, Zielstrebigkeit und gegenseitige Hilfe haben uns immer weitergebracht.

Wurden Sie in Ihren Entscheidungen und in Ihrer beruflichen Entwicklung unterstützt?

Ja, von meinem Ehemann. An der Seite einer Unternehmerin braucht es immer einen starken Mann.

Wie haben Sie Arbeit und Familie miteinander vereinbart?

Haus und Arbeit waren für mich immer stark verbunden. Selbständig zu sein bedeutet keine fixen Arbeitszeiten zu haben und deshalb verbindet sich das Familienleben zwangsläufig mit dem Berufsleben. In meinem Fall war es sicherlich nützlich, dass sich meine Wohnung direkt über dem Geschäft befand.

Sind Sie als Frau besonderen Schwierigkeiten begegnet?

Eher nicht. Die Schwierigkeiten waren vor allem mit der Realität und dem Alltag verbunden, unabhängig davon, ob ich eine Frau bin.

Hatten Sie irgendein inspirierendes Vorbild?

Nein. Ich habe immer die Ärmel hochgekrempelt und bin meinen Weg alleine gegangen. Die Herausforderungen haben mir keine Angst gemacht. Was mich inspiriert, sind meine Nebentätigkeiten, die meine Arbeit immer begleiten und mich immer etwas Neues lehren.

Ist es für sie schwierig, den Betrieb zu verlassen?

Ich habe noch keinen wirklichen Erben für Elfer Sposa gefunden, ich würde aber gerne jungen Menschen Platz machen. Was mich am meisten besorgt, ist die Bürokratie. Der Alltag einer Unternehmerin besteht aus der eigenen Arbeit, aber auch aus viel Bürokratie. Viele junge Menschen träumen davon, einen eigenen Betrieb zu eröffnen oder weiterzuführen, aber sie verlieren vor einer so komplexen Verwaltung oft den Mut.

Was empfehlen Sie einer Frau, die einen Betrieb gründen möchte?

Folge immer deinen Träumen und Ideen. Riskiere und lasse dich von den täglichen Herausforderungen nicht unterkriegen.

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Beirat zur Förderung des weiblichen Unternehmertums

Tel. 0471 945 610
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